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Berlin Spandau hat sich positiv verändert

Wussten Sie schon, dass der heutige Berliner Bezirk Spandau früher eine eigene Stadt war? Am 1. Oktober 1920 wurde die kleine Havelstadt eingemeindet und ist heute einer von acht Berliner Bezirken. Spandauer verweisen immer wieder gern darauf, dass ihr Bezirk – ihre Stadt – älter ist als Berlin.

Wissen Sie, was früher die Spandauer meinten, wenn sie sagten „Ich fahre in die Stadt“? Ihr Ziel war die Altstadt Spandau, deren Marktplatz man bis zum Jahr 1967 auch mit der Straßenbahn erreichen konnte. Wer eine weitere Fahrt auf sich nehmen wollte, fuhr zum „Ku-Damm“ oder ganz pauschal nach „Berlin“.

Erst 1978 wurde die Altstadt zur Fußgängerzone, 2001 wurden die „Spandau Arcaden“ nach nur zweijähriger Bauzeit eröffnet. Können Sie sich vorstellen, dass sich dort – wo sich der heutige Bahnhof Spandau befindet – vor nicht einmal 40 Jahren ein Güterbahnhof und ein kleiner Personenzugbahnhof namens „Spandau West“ mit Kopfsteinpflaster befanden? (Den ersten Eisenbahnanschluss erhielt Spandau 1846 durch die Bahn Berlin-Hamburg.)

Auf dem Gelände dieses Güterbahnhofs an der Klosterstraße Ecke Brunsbütteler Damm entstand das Einkaufszentrum, das heute rund 125 Geschäfte beherbergt.

Wenn ich aus dem Fenster unseres Leihhauses am Brunsbütteler Damm 3 sehe, das sich gegenüber der Spandau Arcaden befindet, versuche ich mir manchmal vorzustellen, wie es hier früher ausgesehen hat. Kunden haben mir erzählt, dass seit 1933 die elektrische Obus- Linie die damals recht leere Straße entlang fuhr. Die für den Elektrobus benötigten Oberleitungen mussten sich den Platz über der Straße mit den Leitungen der Straßenbahn teilen.

Und was war noch früher? Der Brunsbütteler Damm hieß lange Zeit „Hamburger Straße“ und an der Ecke zur Klosterstraße befand sich im 19ten Jahrhundert ein bekanntes Garten- und Tanzlokal. Bestimmt fuhren Pferdefuhrwerke über die holprigen Straßen und beförderten Waren und Menschen zu ihren Zielen. Vielleicht hätte hier auch schon damals ein Pfandleihhaus seinen Platz gefunden, denn viele Spandauer hatten nicht nur damals finanzielle Probleme.

„Spandau bei Berlin“ heißt es oft liebevoll bei den Spandauern, die stolz auf die Geschichte ihres Bezirks sind. Im Jahr 1197 wurde erstmals die Burg Spandau urkundlich erwähnt, 1232 lesen wir das erste Mal von der Stadt Spandau. Erst viele Jahre später, nämlich 1784 wurde in Berlin Mitte (der „Spandauer Vorstadt“) das erste Königliche Leihamt eröffnet. Wieso heißt ein Teil von Berlin-Mitte „Spandauer Vorstadt? Ganz einfach: Die Spandauer Vorstadt erhielt ihren Namen von einem mittelalterlichen Tor, das durch die Stadtmauer führte. Die Straße hinter der Stadtmauer führte nach Spandau. (Heute die Oranienburger Straße.)

Wer weiß, vielleicht reisten damals Spandauer Bürger nach Berlin, um ihre Kostbarkeiten zu „versetzen“ oder zu „versilbern“, wie das Beleihen von Schmuck und mehr lange Zeit genannt wurde.

Heute ist es vielleicht umgekehrt und die Berliner kommen zu uns nach Spandau, um einen Pfandkredit zu erhalten.

Unser Leihhaus erreichen Sie mit der Regionalbahn, der S- und U-Bahn und mit den Bussen der BVG. Sie müssen von den jeweiligen Haltestellen aus ganz kurze Strecken zurücklegen, um zu uns zu kommen und sich bei uns beraten zu lassen.